Historie - Coface Arena

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Historie

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Die Baugeschichte der Coface Arena

Rund 22 Monate vergingen vom ersten Spatenstich bis zur fertigen Coface Arena im Juli 2011. Die wichtigsten Meilensteine des Neubaus gibt es hier noch einmal zum Nachlesen:

2009

Alles begann Anfang Mai 2009 mit den ersten Erschließungsarbeiten auf dem Baugelände der Arena südlich des Europakreisels. Rund ein halbes Jahr später, Ende Oktober 2009, startete die Tiefengründung des neuen Stadions. Innerhalb von sechs Wochen wurden 500 jeweils zehn Meter lange Stahlbetonpfeiler im Bereich der Tribünen mithilfe einer großen Hydraulik-Ramme und sechs Tonnen Fallgewicht in das Erdreich getrieben, um den Zuschauerrängen den nötigen Tiefenhalt zu geben. Schon kurz vor Weihnachten 2009 waren die Fundamente für alle vier Tribünen gelegt.

2010

Ende Februar 2010 folgte dann die Aufstellung der ersten von  insgesamt 30 äußeren Stützen der Südtribüne. Schwertransporter lieferten die 18 Meter hohen und 37 Tonnen schweren Bauteile direkt vom Betonwerk im westfälischen Spelle nach Mainz, wo sie ohne Zwischenlagerung sofort verarbeitet wurden. Auch die Haupttribüne nahm in dieser Bauphase bereits erste Konturen an. Im Unterschied zu Gegengerade, Osttribüne und Westtribüne, wo überwiegend vorgefertigte Betonteile Verwendung fanden, wurde die Haupttribüne konventionell errichtet, um dort Funktionsräume, Businessbereich und Logen unterbringen zu können. 

Ende April 2010 waren in Spielfeldnähe schon einige der 82 Stehplatzreihen der Westtribüne, der sogenannten „Mainzer Wand“, zu sehen. Zusätzlich ragten nun wie schon bei der Südtribüne auch dort die charakteristischen Betonstützpfeiler in die Höhe. Sie bilden den Arkadengang unter den Stehrängen, auf denen an Spieltagen mittlerweile rund 12.000 Fans für eine Gänsehautatmosphäre sorgen. Hinter der Tribüne befindet sich – schon damals gut erkennbar – der Tunnel für die Mannschaftsbusse. Von dort gelangen die Spieler auf direktem Weg vom Bus in die Katakomben der Arena.

Anfang Mai 2010 war erneut die Westtribüne Schauplatz eines weiteren Meilensteins: Die ersten sechs Zahnbalken, die das Tragwerk der Sitz- und Stehplatzreihen bilden, wurden montiert. Die Ausmaße der Betonfertigteile sind beeindruckend: Jeder Balken hat eine Länge von knapp 30 Metern, eine Höhe von über 2,80 Meter und ein Gewicht von 45 Tonnen. Es sind damit die größten und schwersten Einzelteile, die in der Arena verbaut wurden. Das Stadion verfügt insgesamt über 70 derartiger Zahnbalken. 

Ende Mai 2010 war nahezu die komplette Westtribüne mit den Stufenelementen abgedeckt, auf denen heute die 05-Fans ihrer Mannschaft zujubeln. Auch bei den anderen Tribünen ging es weiter voran: Die Gegengerade erhielt die ersten Zahnbalken und im Untergeschoss der Haupttribüne wurden die ersten Funktionsräume im Rohbau fertig gestellt.

Nachdem bei den drei anderen Tribünen bereits ein deutlicher Baufortschritt erkennbar war, zog Anfang Juni 2010 auch die Osttribüne mit dem Gästefanbereich nach. Der Grund für die Verzögerung: In der Zwischenzeit hatten die Arbeiter den Tunnel unter der Tribüne fertiggestellt, über den an Spieltagen die Gästefans zu ihren Plätzen auf der Osttribüne gelangen. Die Unterführung soll verhindern, dass Heim- und Gästefans vor, während und nach dem Spiel aufeinandertreffen und somit gegenseitigen Provokationen oder gar Ausschreitungen vorbeugen.

Westtribüne und Gegengerade hatten vorgelegt, Mitte Juli 2010 wurden auch auf der Coface-Haupttribüne die ersten Elemente für die Sitzplätze montiert. Diese Elemente bilden gleichzeitig die Decke der darunter liegenden Funktionsräume. Vor der Witterung geschützt, konnte nun mit dem Innenausbau der Tribüne begonnen werden. Die Coface-Haupttribüne beherbergt heute vor allem die Business-Gäste und die Medienvertreter.               

Ende Juli 2010 begannen die Arbeiter in der nordwestlichen Ecke des Stadions das Fundament für die Fankneipe zu gießen. Die Kneipe steht den Fans heute auch außerhalb der Spieltage als Treffpunkt zur Verfügung. Ganzjährig geöffnet, ist das Lokal auch Anlaufstelle für die zahlreichen Wanderer und Radfahrer in den Feldern rund um die Arena.

Mitte August 2010 wurde dann mit den Vorarbeiten für das Stadiondach begonnen.  Die Gegengerade zierte nun eine Stahlrohrkonstruktion, an der später das Dach befestigt werden sollte. Im Laufe der folgenden vier Wochen veränderte sich das äußere Gesicht der Arena zusehends. Wo bislang lediglich einzelne Aufhängungen von den Dachbauarbeiten auf der Gegengerade kündeten, ist das Dach in seiner Rohfassung dort nun bereits weitgehend fertig gestellt. Nun konnten die Arbeiter auch auf der Westtribüne mit der Montage der Dachkonstruktion beginnen. Rund 35 Meter weit überspannt das Dach die Zuschauerränge. Um dem Rasen genügend Sonnenlicht zu geben, sind die ersten 27 Meter des Daches mit Trapezblechen abgedeckt, die letzten acht Meter in Richtung Spielfeld dagegen bestehen aus dem lichtdurchlässigen Kunststoff Makrolon.  91 Prozent der UV-Strahlung finden so ihren Weg zum Spielfeld und verhelfen dem Grün zu einer längeren Lebensdauer.

Nachdem die Gegengerade den Anfang gemacht hatte und die Westtribüne nachgezogen war, begannen Anfang Oktober 2010 auch auf der Osttribüne die Dachbauarbeiten. Zunächst wurden auch hier erst die tragenden Elemente montiert, ehe in einem zweiten Schritt die Einsetzung der Blech- und Makrolonbauteile erfolgte. Auf der Westtribüne, der sogenannten „Mainzer Wand“, installierten die Arbeiter die Schutzzäune in Richtung Spielfeld. Mit einer Höhe von 110 Zentimetern reichen sie den Stehplatzfans etwa bis zur Hüfte reichen, die Fallhöhe auf der anderen Seite beträgt aus Sicherheitsgründen 2,20 Meter.

Die Bauarbeiten an den Tribünen der Coface Arena gingen Ende Oktober 2010 in die nächste Runde:  Auf der Westtribüne wurden  mittlerweile die für Stehplatztribünen charakteristischen Wellenbrecher angebracht. Neben der Möglichkeit für die Fans, sich während des Spiels dort anzulehnen, dienen die metallenen Bügel vor allem einem Zweck: der Sicherheit der Stadionbesucher. Im Falle einer unkontrollierten Massenbewegung von oben in Richtung Spielfeld schützen die Wellenbrecher  die im unteren Bereich der Tribüne stehenden Fans vor zu großem Druck. Der Stehplatzbereich der Coface Arena kann selbstverständlich bei Bedarf mit Sitzplätzen ausgestattet werden. Dies ist vor allem bei internationalen Spielen (Europapokal, Länderspiele) erforderlich, da dort keine Stehplätze erlaubt sind.

Bereits von weitem waren Ende November 2010 die mächtigen Verstrebungen in den vier Ecken der Arena zu erkennen. In die Stahlgerippe wurden die Glasflächen eingesetzt, welche einerseits den Innenraum des Stadions vor Durchzug und andererseits das angrenzende Wohngebiet vor zu hoher Lärmbelastung schützen.

Zudem wurden in der nordwestlichen und der südöstlichen Ecke der Arena bereits die Halterungen für die Videowände angebracht. Mindestens eine der beiden sich gegenüberliegenden Anzeigetafeln ist von jedem Platz aus einsehbar – Unterhaltung und Information vor, während und nach dem Spiel sind somit garantiert.

Auch für weitere Details war die Zeit nun gekommen: Unter dem Dach der Westtribüne und der Gegengeraden hingen bereits die ersten Lautsprecher. Sichtbare Veränderungen gab es auch an der Coface-Haupttribüne: Die ersten Logen auf der entsprechenden Ebene im zweiten Obergeschoss waren nun in Richtung Spielfeld verglast.

Anfang Dezember 2010 war es dann soweit: Nach anderthalbjähriger Bauzeit läuteten der 1. FSV Mainz 05 und seine Partner mit dem offiziellen Richtfest die finale Bauphase der Coface Arena ein. Die feierliche Zeremonie, bei der Harald Strutz, Präsident des 1. FSV Mainz 05 und Bauprojektleiter Ferdinand Graffé, Prokurist des Bauherrn GVG Mainz GmbH, vor rund 200 Gästen gemeinsam die Richtkrone unter das Tribünendach zogen, sorgte nicht nur ob der winterlichen Temperaturen für eine Gänsehautstimmung bei den Anwesenden.

2011

Wenn bis zu 34.000 Fans die Heimspiele des 1. FSV Mainz 05 besuchen, dann ist ein leistungsfähiges Verkehrskonzept nötig, um die reibungslose An- und Abreise der Stadionbesucher zu gewährleisten. Kern dieses Konzeptes ist ein Busterminal an der Saarstraße, von dem aus die Fans in wenigen Gehminuten das Gelände der Coface Arena erreichen. Anfang Februar 2011 markierten erste Erdarbeiten den Baustart der Haltestelle. Ein rund 800 Meter langer Fußweg führt die Fans vorbei an der Fachhochschule hin zur neuen Coface Arena.

Während Anfang März 2011 die Arbeiten im Inneren der Coface-Haupttribüne, im Kiosk- und WC-Bereich des Promenadengangs sowie an den Außenanlagen weiter voranschritten, wurde auf dem Spielfeld der neuen Arena die Rasenheizung installiert. Das warmwassergespeiste  Schlauchsystem unter dem Grün verhindert in den Wintermonaten, dass der Platz vereist. Die Bespielbarkeit ist somit auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gewährleistet.

Ab Mitte März 2011 erhielt die Coface Arena Stück für Stück ihr charakteristisches Farbkleid. Den Anfang machte die Osttribüne, es folgten die drei restlichen Tribünen. Insgesamt drei Farbschichten waren nötig, um das Stadion in ein sattes Rot zu tauchen.

Während die Fassaden der Arena ihren Anstrich erhielten, wurde zeitgleich mit der Montage der ersten Klappsitze begonnen.  Zusammen mit den 106 Pressearbeitsplätzen, 36 Plätzen für die Kommentatoren, 130 Sitzen für die Begleitpersonen der Rollstuhlfahrer, 672 Logenplätzen und 2.030 Business-Seats wird die Coface Arena damit zukünftig über rund 20.000 Sitzplätze verfügen. Allerdings sind nicht alle Klappsitze rot: Auf der Gegengeraden bilden 1.387 weiße Stühle den Schriftzug „Mainz“, auf der Osttribüne ist das Vereinslogo abgebildet.

Mitte April 2011 erhielt das Spielfeld der Coface Arena seine finale Decke. Die ersten Bahnen des Rollrasens wurden in akkurater Maßarbeit vor der Gegengerade verlegt. Auch wenn die Stimmung der Fans noch fehlte – es wehte bereits ein Hauch Fußballatmosphäre durch das Stadion.

Dass das neue Fußballstadion des 1. FSV  Mainz 05 den Namen „Coface Arena“ trägt, war den meisten bereits seit Montane bekannt gewesen. Anfang Juni war dies dann auch weithin lesbar. An den Außenfassaden der Tribünen wurden nämlich die großen weißen Schriftzüge angebracht.

Am 4. Juli 2011 wurde die Coface Arena nach rund 22-monatiger Bauzeit schließlich offiziell feierlich eröffnet. Die Arena-Besucher genossen ein rund vierstündiges Programm, das nahezu keine Wünsche an eine würdevolle Einweihungszeremonie offen ließ.  Rund 1.000 Aktive, darunter 800 Kinder, machten die von Performance-Künstler Enno-Ilka Uhde inszenierte Choreographie zu einem emotionsgeladenen und farbenprächtigen Spektakel. Während Ballkünstler, Artisten, Fahnenträger und Kostümierte unter Einsatz von Pyrotechnik eine perfekt aufeinander abgestimmte Show boten, sorgten die Auftritte von Thomas Neger, des Mainzer Domchors mit Edward Gauntt und Matt Clifford sowie 80 Grad für reichlich Lokalkolorit –ganz viel Mainz mit einem Hauch Internationalem.

Luftaufnahmen

Von der ersten Grabung bis zur Hochbauphase: die Fotostrecke dokumentiert den Baufortschritt der Coface Arena bis zu ihrer Fertigstellung aus der Vogelperspektive. Sie beginnt mit der jeweils aktuellen Aufnahme.

  • April 2011: Die Gegengerade ist bereits mit den roten Klappsitzen ausgestattet. Foto: Torsten Zimmermann.
  • März 2011: Die Arena erhält ihr rotes Farbkleid. Foto: Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Januar 2011: Auf dem Dach ist die Photovoltaikanlage zu erkennen. Foto: Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Oktober 2010:  Das Dach ist fast fertig. Und die Tribünen auch.
  • September 2010: Die Arena wächst und wächst. Und ein Dach bekommt sie auch schon.
  • Pfingsten (Mai) 2010: Das sieht schon richtig nach Stadion aus. Foto: Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • April 2010: Süd- und Westtribüne der Coface Arena sind deutlich zu erkennen.
  • 11. März 2010: Stützen stehen, Westtribüne erkennbar. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Februar 2010: Stadion-Baustelle im Schnee. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Dezember 2009: Das letzte Luftbild vor dem Wintereinbruch. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • November 2009: Untergrund befestigt. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Oktober 2009: Straße geteert. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • August 2009: Erde ausgehoben. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Juli 2009: Die Konturen sind erkennbar. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
  • Mai 2009: Erste Spuren im Acker. Bildagentur Rath, Schwabenheim.
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